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Spiel mit dem Feuer

Ich war mit ein paar Kumpels und ein paar Kästen Bier im Park unterwegs. Es war schon dunkel und wir waren ziemlich gut unterwegs, als ich auf einmal das animalische Bedürfnis verspürte, eine Kippe zu rauchen. Ich drehte mir also eine und wollte sie auch direkt anzünden. Da bemerkte ich das ich kein Feuer hatte. Ich wandte mich also an die breite Masse und erkundigte mich nach einem Lumos. Ich ahnte gleich Böses, als eine umgehende Reaktion ausblieb. Hoffnung keimte auf, als dann doch jemand in seiner Tasche kramte, aber erlosch postwendend wieder. Niemand hatte Feuer. Niemand. Eine ganze Gruppe Raucher und niemand hatte Feuer. So eine scheiße. Wir waren mitten im Park, mitten in der Nacht und weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Alles war im Arsch und niemand schien etwas dagegen tun zu können. Denn das bedeutete ja nicht nur, dass ich jetzt keine rauchen konnte, sondern auch, dass wir allgemein nichts mehr rauchen konnten. Wir versuchten uns sporadisch mit einem Bier abzulenken, aber auch das verschaffte nur temporär Linderung. Früher oder später würde wieder jemand nach Feuer fragen und wenn es auch nur versehentlich geschehen würde, würde es uns sofort wieder dran erinnern wie aussichtslos unsere Situation war. Dieser Fakt nagte an jedem von uns und die Angst würde sich immer tiefer in unsere Köpfe fressen. Wir fühlten uns, wie eine Gruppe Neandertaler, die ihre Feuerquelle versiegen ließen. Wir waren am Boden zerstört und waren fest davon überzeugt, der Himmel würde uns auf den Kopf fallen. Unser Rudel wurde langsam nervös, ich war nun nicht mehr der einzige, der hart Bock auf ne Zigarette hatte. Und wie das verlangen aller immer mehr wuchs und unsere Verzweiflung und die Angst vor dem nahenden Untergang, da erschien uns plötzlich der Messias.

Im Nachhinein sind wir wohl eher ihm erschienen, aber egal. Zumindest lag er dort in Latschen, Hemden und Hose und machte einen sehr erleuchteten Eindruck. Anfangs beschwerte er sich darüber das wir ihn geweckt hatten, aber als er Zeit und Raum wieder unterscheiden und wahrnehmen konnte, erkannte er wohl, dass aufstehen eigentlich eine gute Sache war. Er stand auf stellte sich auf eine Bank und hielt uns erst einmal eine Lobarie, wie großartig wir seien und das Gott uns geschickt haben muss.


Seid gelobt ihr Ritter aus dem Abendland

Ich armer habe nach jedem Abend Brand

Ihr hingegen seid reisende Könige

Nicht das ich das leidende beschönige

Nein ihr seid fromm und so, anzusehen

Bei euch braucht man nicht anzustehen

Der Kunde ist König, seid Samariter

Heute Nacht hier, da samma wieder

Ihr die, die geleitet zum Ort der Erleuchtung

Ich der Erwachte am Ort der Befeuchtung

Denn hier ists heute Abend geschehen

Habt mich nicht einfach fragend besehen

Nein habt mich gesehen gerettet geweckt

Und nicht gesehen drauf gewettet und dann geleckt

Seid keine Psychos oder welche die auf Alk welche werden

Steht nicht tatenlos da wenn im Wald Elche sterben

Ihr greift ein, wenn da Gefahr im Verzug ist

Ihr seid einfach ohne Lug und trug der SHIT

 

Wir waren kurz geflasht, von dem was da auf einmal aus ihm rausbrabbelte und konnten diesen Moment leider demnach nicht entsprechend würdigen. Er fragte aber gleich ob er sich uns irgendwie erkenntlich zeigen könne und wie waren uns sofort einig: Feuer. Wie der Zufall es wollte besaß er Streichhölzer. Wir freuten uns wie eine Herde Honigkuchenpferde, aber nur kurz, denn er hatte nur noch eins. Wir konnten also eine Kippe entzünden und das war's. Wir bedankten uns trotzdem und der Auferstandene wankte in Richtung... ach keine Ahnung wo der hin ist. Wir jedenfalls hatten nun eine brennende Kippe, mit der wir erst einmal jedem eine entzündeten. Nun hatte zwar jeder eine brennende Zigarette, aber wir hatten immer noch kein Feuer. Wir entschlossen also kurzer Hand, dass ab jetzt immer mindestens 2 Zigaretten brennen mussten. So sollte garantiert werden, dass unser Feuer nicht erlischt. Das ging eine Stunde lang gut. Dann waren die Kasten leer, wir waren voll und das erhalten des Feuers wurde zu einer verdammt harten Aufgabe.

Alles fing damit an, das einer der amtierenden Fackelhalter seine Kippe ganz cool in eine Pfütze schnippte. Dafür wollte ihn ein anderer sofort umbringen, da das aus seiner Sicht derartig verantwortungslos und sinnlos war, dass man dafür eigentlich vor eine Wand gestellt gehört. Er ging auf ihn los und wollte seinen Kopf ebenfalls in besagter Pfütze versenken. Das erschien allen anderen in dieser Situation ebenfalls als adäquate Strafe. Nur vergaßen wir so, dass wir vielleicht vorher eine neue Zigarette entzünden sollten. Alle waren nur darauf fixiert, dem Schuldigen schnellstmöglich seine gerechte Strafe zukommen zu lassen. So auch der zweite Fackelhalter, welcher sich ebenfalls auf das Zentrum all unseres Zornes stürzte. Dabei viel die Zigarette zu Boden und war kurz davor ausgetrampelt zu werden, von dem wütenden Mob der sich auf den Tölpel eingeschossen hatte. Es sind diese Momente wo wahre Helden geboren werden und so geschah es auch hier, dass sich einer aus der vor Hass geblendeten Masse hervorhob. Er stürzte sich, ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben, auf die Zigarette und nahm direkt ein paar kräftige Züge, um sie am brennen zu halten. Das wurde zunächst nicht wirklich registriert, da wir viel zu beschäftigt damit waren einen Kopf in eine Pfütze zu tauchen. Als wir damit fertig waren, den Unhold zu bestrafen stellte der zweite Fackelhalter völlig entsetzt fest, dass seine Kippe weg war und war kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Da erblickten wir auf einmal, wie im Hintergrund der unbesungene Held stand, an der Zigarette zog und gleichzeitig in einer unklaren Geschwindigkeit weitere Zigaretten drehte. Die keuchende Mob war sprachlos. Nicht bewusst war ihm gewesen, dass in seiner Mitte derartiges Heldentum gedeihen konnte. Der Mann hatte für das Kollektiv sein recht sich an der Bestrafung zu beteiligen aufgegeben. Er hatte nur das Höhere Wohl vor Augen gesehen und sich unter Einsatz seiner angeborenen Rechte, einfach nur die Zigarette vom Boden retten wollen. Wir waren hin und weg und als die Kippen wieder loderten, beschlossen wir und das gilt bis heute, dass dieser Mensch ein Held war! Wir lobten seinen Kampfeswillen, besangen noch Jahre später seine großtaten und beschlossen, dass wir einen Führer gefunden hatten. Jemand der Verantwortung übernehmen und uns in die richtige Richtung lenken konnte. Dieser Abend veränderte viel, vor allem die Mentalität hinter all den Folgenden Gelagen. Von nun an versuchten wir nur noch ihm nachzueifern, ihm Respekt zu zollen und ihm und nur ihm ewiges Freibier zu schwören. Denn dank seiner Heldentat war der Abend gerettet und wir konnten auch weiterhin rauchen. Er war quasi der 2. Messias dem wir an diesem Abend über den Weg liefen. Der erste erschien aus dem Nichts und verschwand wieder dorthin, aber der zweite trat aus unseren eigenen Reihen und wir wollten das er diese nie wieder verlässt!

Und so Endet diese Geschichte und ich hoffe das alle ihre Leere daraus ziehen können. Denn im Leben trifft man immer dort auf einen Helden wo man ihm am wenigsten erwartet! Manchmal lebt er unter uns, unerkannt und taucht einfach dann auf wenn man ihn wirklich braucht. Dieser Abend hat uns alle verändert, aber vor allem glaube ich jenen Menschen, welcher eigentlich seither die minderwertige Bezeichnung Mensch nicht mehr verdient hat. Den, der seine Bestimmung erkannte und seit dem, sein Leben dem Kampf für das Gute verschrieb. Den wir seit jeher nur noch Loki nennen, den Gott des Feuers und nicht weil er das von uns verlangt, sondern weil er es sich einfach nur verdient hat!

1 Kommentar 27.3.12 23:43, kommentieren

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Hundstag

 Hundstag

 

Ich parkte meinen Wagen am Rande des Waldes. Ich holte eine Schubkarre und das wofür ich sie mitgebracht hatte, aus meinem Kofferraum. Ich fragte mich, ob es wirklich das richtige war, was im im begriff war zu tun. Aber der Heutige Tag, war so absurd und scheiße gewesen, dass dies hier ein würdiger Abschluss zu sein schien. Ich ergriff entschlossen die Griffe der Schubkarre und lief in den Wald.

Mein Tag hatte damit angefangen; dass ich gefeuert wurde. Da ich ziemlich am Arsch war, machte mich das verdammt wütend. Ich zog also sofort los um den Frust umgehend in Alkohol zu ertränken. Ein Kumpel kam vorbei um mir zu helfen. So zogen wir also los um einkaufen zu gehen. Wir steigerten uns während dem intensiven und schnellen Konsum von Alkohol, in einen rasenden Hass gegen meinen ehemaligen Chef. Wir überlegten ob, und ja wie ich mich rächen sollte. Wir beschlossen, ihm auf dem Heimweg aufzulauern und somit brauchten wir nur noch einen guten Plan.

Ich bewegte mich immer tiefer in den Wald. Die Schubkarre war schwer und so kam ich nicht so schnell voran, wie ich erhofft hatte. Dennoch war ich nun hier und musste die Sache durchziehen. Also immer weiter und weiter und weiter. Da es dunkel war, hatte ich nicht so den Plan wo ich eigentlich hinging. Die Bäume warfen gruselige Schatten im Mondlicht und sahen auch allgemein ziemlich schaurig aus. Ich schaltete auf Tunnelblick und schob weiter.

Wir hatten beschlossen ihn in einen Hinterhalt zu locken.Wir wussten noch nicht wie und auch nicht wo, aber hatten uns entschieden einfach zu improvisieren. Wir nahmen für den Notfall Messer und Sturmmasken mit und zogen los. Völlig betrunken und übermäßig aggressiv zogen wir als durch die Straßen, in Richtung meines ehemaligen Arbeitsplatzes. Wie genau wir dort hingekommen waren hatte ich vergessen. Aber wir schafften es und erlangten unser Ziel. Da wir keine Ahnung, hatten wann mein Chef heute schloss hat, mussten wir also einfach nur noch warten.

Ich näherte mich einer Lichtung. Sie war groß genug, für das was ich geplant hatte. Ich nahm die Schaufel aus der Schubkarre und trat in die Mitte der Lichtung. Fahles Mondlicht erleuchtete die Szenerie. Vertieft in Gedanken darüber, wie alles so schief gehen konnte, oder viel mehr wieso sie getan hatten was sie getan hatten. Ich steckte die Schaufel in die Erde. Selbige war locker, was mir meine Arbeit deutlich erleichtern würde.

Wir warteten schon eine Ewigkeit. Nichts passiert, mein Chef war nirgends zu sehen. Wir planten grade den Sturm auf das Gebäude, da uns die Geduld ausgegangen war, als sich die Tür öffnete und der Ursprung unseres Hasses aus dem Gebäude trat. Die lange Zeit die wir gewartet hatten, hatten wir uns mit trinken vertrieben. Daher waren wir mittlerweile völlig hinüber. Wir überlegten ihn sofort zu Überfallen. Aus einem unerklärlichen Anflug von Vernunft heraus, entschieden wir dann aber dagegen. Wir wollten ihm folgen und den Richtigen Zeitpunkt abwarten.

Das Loch im Waldboden wurde immer Tiefer und immer breiter. Ich stellte erleichtert fest, dass ich so gut wie fertig war. Ich gab nochmal alles und stieg mit einem Hauch makaberen Stolzes aus der Grube. Schämte mich allerdings danach sofort dafür. Ich besann mich darauf aus welchem Grund ich hier war und was noch zu tun war. Ich ging zur Schubkarre und schob sie unmittelbar neben das Loch im Boden.

Wir hatten irgendwie nie die Chance zuzuschlagen. Daher mussten wir nach einem relativ kurzem Fußweg, mit ansehen wie mein Chef in seinem Haus verschwand. Wir grübelten kurz was wir jetzt machen sollten. Auf einmal öffnete sich die Tür wieder und mein Chef kam mit seinem Hund an der Leine wieder aus dem Haus. Das war unsere Chance und deshalb hefteten wir an sofort an ihre Fersen. Sie bewegten sich in Richtung Park. Durch selben floss ein Fluss, an welchem der zentrale weg entlang führte. Weg und Wasser wurden von einem steilen Hang getrennt. Wir überholten die beiden und platzierten uns an jenem Hang und warteten darauf zuschlagen zu können.

Ich hievte den Körper aus der Schubkarre. Trug ihn zu dem Tiefen Loch. Legte ich noch einmal ab. Wieder packten mich Zweifel an dem was ich hier tat, aber an ein Zurück war seit langem nicht mehr zu denken und ich befand mich zu kurz vor dem Ziel. Kurz darauf packte mich die Angst. Was wenn mich jemand gesehen hatte? Und die Polizei gerufen hat? Vielleicht waren die schon auf dem Weg? Panisch packte ich den Kadaver und warf ihn in das Loch.

Als zwischen Hund und Besitzer genug Platz war, schlugen wir zu. Das Adrenalin hatte uns vorübergehend ausgenüchtert und somit waren wir halbwegs klar bei Verstand. Wir zogen ihn das Gebüsch, hielten ihm sein hässliches Maul zu und brachen ihm sein Genick. Es war brutal aber schnell vorüber. Wir packten ihn in Plastiktüten und schleiften ihn runter zum Fluss. Dort angekommen, bewegten wir uns so leise wie möglich am Ufer entlang. Denn sein Partner hatte schon verdacht geschöpft und rief nach ihm. Wir hörten wie er den Weg und die nähere Umgebung absuchte.

Ich füllte das Loch wieder mit Erde. Schaufel um Schaufel um Schaufel. Ich fühlte mich an Scenen von schlechten Horrorfilmen erinnert, die ich mal gesehen hatte. Ich bekam eine Gänsehaut und ich beeilte mich das Loch zu füllen. Da ich kurz vorm Ziel war, hatte ich die Kraft eben jenes zu erreichen und zu tun was getan werden musste. Als die Ganze Erde wieder an ihrem Platz war, fiel ich erleichtert zu Boden.

Wir krochen immer weiter am Fluss entlang und entfernten uns von dem Suchenden. Als die Luft rein war, zogen wir unser Opfer zum Weg hoch. Ich fühlte mich mittlerweile total nüchtern. Ob mein Kumpel auch einen klaren Kopf hatte, weiß ich nicht mehr aber wir beschlossen die Leiche in den Wald zu bringen. Dort wollten wir sie vergraben und hoffen, dass damit alles vorüber sein würde. Als wir mit der Leiche am Rande des Parks angekommen waren, brach mein Freund zusammen und beschloss sich auf den Heimweg zu machen. Ich lies ihn ziehen, da dies hier eh eine persönliche Angelegenheit war.

Ich hatte mich kurz ausgeruht und war nun dazu übergegangen, die Lichtung so herzurichten, wie sie aussah als ich hier angekommen war. Die Erde locker aber flach hinterlassen, Blätter irgendwie auf natürliche weise verteilen und so weiter. Dies gelang mir sogar halbwegs. Ich schätzte, dass ein Bisschen Zeit und die Tiere dafür sorgen würden, dass hier bald wieder alles beim alten sein würde. Ich schickte mich nun also an zu gehen, als mir noch etwas einfiel. Ich wandte mich also noch ein letztes mal dem Grab zu.

Ich verließ den Park und rannte nach Hause um mein Auto zu holen. Ich brauchte nicht so lang wie ich gedacht hatte und so war keine halbe Stunde vergangen, als ich wieder im Park war. Ich suchte das Versteck unseres Opfers auf und trug seine sterblichen Überreste zum Auto zurück. Vielleicht hatte ich mir das nur eingebildet, aber ich meinte noch immer die Schreie des suchenden Hinterbliebenen in der ferne hören zu können. Ich lud meine last in den Kofferraum zu Schubkarre und Schaufel die ich von zu hause mitgebracht hatte.

Ich nahm ein Stück Holz und ritzte eine Inschrift hinein. Ich fühlte mich irgendwie dazu verpflichtet, irgendwas zu hinterlassen. Ich legte den „Grabstein“ auf das Grab, besann mich aber sofort und vergrub es lieber unmittelbar unter der Erdoberfläche. Es wäre viel zu Auffällig gewesen den „Gedenkstein“ hier offen herum liegen zu lassen. Ich beruhigte mich damit das ich den guten Willen gezeigt hatte und ihm ein Mahnmal gesetzt hatte. Ich lies die Ruhestätte hinter mir und begab mich zurück zu meinem Wagen.

Ich erreichte den Wald und fuhr eine Zeit lang an ihm entlang. Irgendwann fand ich eine Stelle ddie mir geeignet schien. Ich parkte meinen Wagen am Rande des Waldes. Ich wusste das dies der Richtige Ort war, um den Hund unter die Erde zu bringen...


25.2.12 17:10, kommentieren

Valentinstag

Valentinstag

Ich erwachte, mal wieder, mit einem höllischen Kater. Ich sah auf die Uhr und stellte fest das es 13 Uhr am 14.2. war. Valentinstag, scheiße! Ich wusste weder wann, noch wo ich mich heute mit meiner Freundin verabredet hatte. Ich wusste allgemein so gut wie gar nichts mehr vom gestrigen Abend. Ich schob diese Probleme erst einmal beiseite, ging duschen und machte mir was zu essen. Ich war grade fertig mit beidem, als ich eine SMS bekam. Meine Freundin schrieb den üblichen schnulz und fragte ob unsere Verabredung noch steht. Ich zeterte kurz über die Tatsache, dass sie doch gleich noch Ort und Zeit hätte schreiben können. Ich hatte also keine Wahl und schrieb die übrige schnulze zurück und meinte, dass das doch klar ist und ich pünktlich sein werde. Ich merkte sofort, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Ich hatte das Handy noch nicht ganz aus der Hand gelegt, als schon eine Antwort kam. Ich lass sie und machte mir direkt ein Bier auf. Scheinbar waren wir um 13 Uhr verabredet gewesen. Sie beschimpfte mich was das soll, wie ich das vergessen konnte, wieso ich gestern schon wieder so voll war und ob mir das saufen mehr wert wäre als die Zeit mit ihr. Ich trank mein Bier und beschloss, dass der Tag im Arsch war und ich auch morgen noch um Verzeihung flehen konnte. Ich schrieb also nicht zurück und rief einen Kumpel an. Ich erzählte ihm was passiert war, woraufhin er erstmal lauthals lachte. Ich hatte keine andere Antwort erwartet und reichte ihm ein Bier. Ich hatte ebenfalls erwartet, dass er ablehnen würde und stattdessen einen Joint auspacken würde. Ich schlürfte mein Bier während er genüsslich an der Tüte zog. Ich fragte ihn ob wir uns sinnlos zudrönen wollen und da er eh keine Freundin hatte, sagte er natürlich ja. Ich hatte das Gefühl, dass ich wenn das so weitergeht auch bald wieder Single sein würde und merkte, dass ich mir grade schlimmeres vorstellen konnte. Ich nahm die Tüte entgegen und meine Stimmung stieg weiter. Ich hatte mein Handy ausgeschaltet und hoffte, dass sie verstand, dass ich mich zu sehr schämte um ihr heute nochmal unter die Augen zu treten. Was für ein Gelaber, dachte ich daraufhin und fing an zu lachen.
Wir gingen also los, um uns sinnlos zu zudrönen. Wir erreichten in historisch kurzer Zeit einen Getränkeladen. Wir kauften ein und begannen uns adäquat zu betrinken. Wir tranken und rauchten und philosophierten über Gott, die Welt und wie beschissen es teilweise ist in einer Beziehung zu sein. Wir, ist eigentlich übertrieben, da ich mich eigentlich nur beschwerte und mein Kumpel einfach immer zustimmte, oder eine komische Phrase einwarf. Wir waren gut dabei als wir beschlossen, dass es eine lustige Idee wäre, wenn wir meine Freundin anrufen. Wir überlegten, was ich sagen sollte und wie wir mich am besten heil aus der ganzen Sache raus kriegen. Wir bauten noch einen und uns fielen immer mehr lustige, abstrakte und hirntote Lösungen ein. Wir beschlossen, nachdem wir aufgeraucht hatten, dass ich einfach improvisieren sollte. Wir wussten beide auch, dass es eine beschissene Idee war, aber das hinderte uns nicht daran, den Plan durchzusetzen.
Sie war nicht sauer als ich anrief. Sie war traurig und weinte, was schlimmer war. Sie fasste sich zum Glück bald und fing an mich anzuschreien. Sie wollte wissen ob sie mir überhaupt noch was bedeutet, wie das so weiter gehen könne und warum ich mein Handy ausgeschaltet hatte. Sie schien nicht zu begreifen, dass ich anrief um ihr all das zu erklären, denn ich konnte nie mehr als eine Silbe sagen, bis sie mich wieder unterbrach. Sie war, was ich erst sehr spät merkte, auch nicht mehr ganz alleine. Sie hatte sich nämlich mit einer Freundin getroffen, um in etwa das selbe zu machen wie ich. Sie hatte sich allerdings das reden zum Ziel gemacht und das trinken war wohl eine unbeabsichtigte Begleiterscheinung. Sie war aber scheinbar, trotz der vertauschten Prioritäten, zu einem ähnlichen Zustand gekommen wie ich. Sie hatte noch nie viel vertragen, was ich meist sehr lustig fand, aber heute wirkte sich das zu einem Nachteil für mich aus. Sie redete ununterbrochen weiter, während ich gerechte das Wort zu ergreifen. Sie war grade wieder mit weinen beschäftigt, als ich meine Chance ergriff und meinen Laberflash, wohl das erste mal im meinem Leben, sinnvoll einsetzte und anfing mich eine geschlagene halbe Stunde bei ihr zu entschuldigen! Sie war ziemlich verwirrt, ob der Tatsache, dass meine Redeschwall kein Ende zu nehmen schien. Sie bietet mir so die Gelegenheit, einfach weiter zu reden.

Mein Kumpel war nun fort. Meine Freundin, hatte nach 45 Minuten dauerlabern von meiner Seite, einfach aufgelegt. Meine Selbstachtung hatte mich ebenfalls verlassen und war wohl aus Klo gegangen um zu Kotzen. Mein Selbstmitleid war alles was mir geblieben war. Meine Gedanken, drehten sich um all die Dinge, die ich in den letzten 24 Stunden verkackt hatte. Mein Gehirn verstellte sich dagegen, dass nun alles im Arsch ist, aber tief in mir wusste ich das ich zu weit gegangen war. Mein Verstand kündigte nun auch an sich zu verabschieden und machte sich dann auch bald auf den weg. Wohl um mit meiner Selbstachtung gemeinsam kotzend über dem Klo zu hängen. Meine Verzweiflung jedoch, nutzte ihre Chance und konnte sich nun ungestört mit mir befassen. Mein letzter Wunsch und Wille war es, morgen aufzuwachen und zu erfahren, dass all das nur ein Traum war. Meine Erinnerungen an die letzte Zeit nicht real seien. Mein Leben wieder so war wie es das vor so kurzer Zeit noch gewesen war. Meine Müdigkeit betrat nun die Bar in der ich immer noch saß. Mein letzter Rest an Motivation und Aktivität verabschiedeten sich und ich schlief ein.

1 Kommentar 25.2.12 16:55, kommentieren

Das Eichhörnchen

Das Eichhörnchen

Ich saß wie so oft mit 2 Freunden in meiner Lieblingskneipe. An der Theke hockten anonyme Konsumenten und versuchten ihren Abend zu finanzieren. Sie klimperten mit Kleingeld und spielten mit der Gier der Barkeeper. Wir bauten Tüte um Tüte und kloppten Skat. Exzessiv. Ich ging grade aufs Klo als ein Baum die Bar betrat. Er setzte sich am anderen Ende des Schankraums zu Klaus an den Tisch. Dieser schien sich über das erscheinen des Baums zu freuen. Ich ging aufs Klo und da alle Pissoirs besetzt waren hockte ich mich in eine Kabine. Ich war grad fertig als etwas hart gegen die Tür der Kabine schlug. Mein erster Gedanke war, dass was auch immer es war hoffentlich die Kabine zerlegt, die sah nämlich echt scheiße aus. Als nächstes registrierte ich das ich ja in der Kabine saß und versuchte nun also die fremde Macht davon abzuhalten das Klo zu plätten bevor ich es verlassen hatte. Ein Annäherungsversuch war von Nöten. Ich öffnete die Tür und konnte grade noch zur Seite hechten. Denn die fremde Macht die versucht hatte meine Kabine zu exterminieren, war doch nur ein besoffener auf der Suche nach einem Ort zum kotzen. Dies tat er auch umgehend, um dann bewusstlos zu Boden zu sinken. Mich fragend was das jetzt wieder sollte, entfernte ich mich vom Ort des Grauens. Im vorbeigehen sah ih noch flüchtig wie der Konsument von der Bar die Taschen eines bewusstlosen durchsuchte. Selbiger machte den Anschein, als wäre er grade auf dem weg zum Licht, am Ende des Tunnels. Ein zucken der Augen und ein Schwall Erbrochenes überzeugten mich aber davon, dass alles in Ordnung war. Beruhigt kehrte ich an meinen Tisch zurück, wo ich grade noch ein paar Züge einer verglimmenden Tüte nehmen durfte.
Klaus und der Baum verließen grade die Kneipe, als sich etwas von dem Baum löste. Es hüpfte vom Baum und sprang auf unseren Tisch. Die Tatsache, dass gerade ein Baum die bar verlassen hatte störte mich nicht. Ich hatte hier schon viel eigenartiges Volk gesehen, aber das was da grade auf unseren Tisch gehüpft war, war eindeutig neu. Es war ein Eichhörnchen. Ich begann mich gerade zu fragen, ob nicht doch irgendwer was in meinen Drink getan hat, als das Eichhörnchen anfing zu reden. Ich überlegte ob es einen Sinn machte zuzuhören wenn das alles eine Drogeninduzierte Halluzination war. Ich entschied mich aber spontan dazu, lieber doch zuzuhören. Wie oft hat man schon die Gelegenheit einem Eichhörnchen zu lauschen, dass dir eine Geschichte erzählen will. Ich fragte mich grade wie es wohl aussehen musste, 3 Kunden die auf ein nicht existentes Eichhörnchen starten und gebannt lauschten, als es schon losbrabbelte.
"Ok Jungs", begann das Tier, "Haltet euch fest und spitzt die Ohren. Also ich war gerade auf meinem Lieblingsbaum und wollte grade zu Abend essen...". Der kleine Kerl erzählte und erzählte, er erzählte so lange, dass ich mich fragte ob die Bar vielleicht extra länger offen hatte damit es seine Story zu Ende erzählen kann. Wir fragten uns die ganze Zeit wann es denn endlich zum Knackpunkt der Geschichte kommen würde, aber es schien einfach keinen zu geben. Wir fingen also gerade an uns zu langweilen und wollten es schon unterbrechen, als es die Stimme erhob und scheinbar doch noch auf den Punkt kommen wollte.
"Plötzlich, schlug etwas gegen meinen Baum, so stark das mein Ast so krass zu wackeln anfing, dass ich runter fiel. Versteht ihr? Ich bin runter gefallen! Von einem Baum, ich! Versteh ihr was das bedeutet? Das ist für mich in etwa so wie wenn eine Gazelle von einem Wildschwein abgehängt wird! Egal, ihr checkt es nicht, hört einfach weiter zu!", wir verstanden es in der Tat nicht, wollten aber nicht das scheinbar ohnehin schon in seinem Stolz verletzte Tier unterbrechen. Also redete es einfach weiter. "Wie ich grade so runter falle, – seid ihr schon mal von einem Baum gefallen? - sehe ich den Boden immer näherkommen, aber kurz vor dem Aufprall passierte etwas sehr eigenartiges.", nun legte das Eichhörnchen eine lange Pause ein. Da platzte dem Kumpel zu meiner rechten der Kragen. Er hatte scheinbar keine Lust mehr auf die Show, die das Eichhorn dort abzog. Er packte eine Flasche und zog, Gott weiß woher, eine Rolle Klebeband hervor. Er tapete das Eichhörnchen an die Flasche und ging zur Tür. Dort holte er weit aus, um es weg zu schleudern. Ich rannte verzweifelte zur Tür, denn eigentlich wollte ich unbedingt wissen wie die Geschichte ausgeht, aber da war es schon zu spät! Trotz der Tatsache das mein Freund ziemlich zu war, war der Wurf absolut akzeptabel. Das Eichhörnchen flog und flog und flog. Um schließlich - einem Kerl direkt an den Schädel zu fliegen. Selbiger Taumelte kurz, stieß einen lauten Schmerzensschrei aus, um dann rücklings zu Boden zu fallen. Wir rannten hin, um uns den angerichteten Schaden aus nächster Nähe ansehen zu können. Der Getroffene blutete stark am Kopf. Das Eichhörnchen hingegen war verschwunden. Bis heute bin ich mir fast sicher, dass ich es am Ende der Straße um die Ecke biegen sah, als ich mich kurz umsah. Zurück zu unserem Freund der am Boden lag und vor sich hin blutete. Wir überlegten was zu tun sein und reagierten schließlich mit dem Rufen des Krankenwagens. Darauf waren wir ziemlich stolz und zündeten uns erstmal ne Tüte an. Als wir dann auf einmal Sirenen hörten bekamen wir Panik und rannten um unser Leben. Nach historisch kurzer Zeit viel uns auf, dass das nur die Sirene des Krankenwagens war den wir selber gerufen hatten. Nach dem sich das laute Gelächter gelegt hatte, beschlossen wir zurück in die Kneipe zu gehen und das Geschehene zu feiern!

Wie so oft im Leben reißt hier meine Erinnerung ab. Nein, nicht etwa die vom eben beschriebenen Abend, sondern die vom Abend darauf. Von diesem Abend hier, wusste ich am nächsten Tag gar nix mehr und habe mir alles vom Barkeeper erzählen lassen. Allerdings tranken wir während er erzählte und am Ende fehlt mir wieder mal das Ende der Geschichte. Nun ja, ich geh jetzt einen heben und frage den Barkeeper einfach mal, was gestern nach diesem Teil der Geschichte so passiert ist und was er noch so erzählt hat.

1 Kommentar 25.2.12 16:46, kommentieren

Der Abschiedsbrief

Abschiedsbrief

Viele Menschen schreiben einen Abschiedsbrief bevor sie Abschied nehmen. Von was sei mal in den Raum gestellt. Ich war nun in der prekären Situation von meinem Mitbewohner Abschied zu nehmen. Ich gereihte also meine Gefühle und Beweggründe in kurze klare Sätze zu fassen. Ich habe mir lange darüber Gedanken gemacht, was ich da reinschreiben soll. Weil erstmal darf es ja nicht weinerlich klingen! Die Entscheidung das du Abschied nimmst muss seriös wirken, rumheulen erweckt nur den Anschein, dass man zurückgehalten werden will. Ich wollte nicht zurückgehalten werden! Ich musste handeln mich von alle dem hier befreien und endlich meinen Willen durchsetzen. Ich setzte mich über ein Blatt Papier und nahm mir einen Bleistift. Ich wählte den Bleistift weil er neutral wirkt, etwas ehrwürdiges an sich hat und weil er verfügbar war. Ich setzte an. Nein, Stopp, nicht so planlos! Ich brauchte einen Plan wie ich ihm mitteilen konnte was ich wollte. Wie ihm sagen das es unumgänglich ist, wie ihm begreiflichen machen wohin ich gehen würde und wie ihm mitteilen das es zwar Verzweiflung aber auch tiefste Überzeugung ist! Ich beschloss das er aus der reinen Existenz dieses Briefes und der Tat als solchen sicher die volle Tragweite des Geschehens herauslesen würde. Ich wurde mich also kurz fassen, das Wesentliche, nur die kalten Fakten. Wohin. Warum. Ich denke zu sagen ob und wann ich wiederkehren werde, wäre redundant gewesen. Daher lies ich das einfach weg.
Als ich zu einer Endfassung gekommen war, lass ich sie noch ein paar mal durch. Als ich mich überzeugt hatte dass das die Worte waren mit denen ich mich verabschieden würde, stand ich auf. Ich betrat den Flur und ging schweren Herzens auf das Zimmer meines Mitbewohners zu. Er hielt ein Nickerchen und würde erst aufwachen wenn es schon zu spät ist. Ich warf noch einen flüchtigen Blick auf die kurzen Zeilen, die für unbestimmte Zeit das letzte seien werden was er von mir hört.
Ich gab mir einen Ruck und legte den Brief zu Boden. Ich hielt bei dem Versuch ihn unter der Tür durchzuschieben inne. War er bereit dafür? War ich bereit dafür? Wer kann das schon sagen.... Erneut gab ich mir einen Ruck schob den Brief unter der Tür durch und stand auf. Schweren Herzens wandte ich mich von der Tür ab. Hastig Verlies ich die Wohnung.
Der kleine unscheinbare Zettel lag friedlich auf dem Boden des Zimmers. Bereit um nach dem erwachen des Bewohners gefunden zu werden. Auf dem Zettel standen die schlichten Worte: "Bin kurz einkaufen"

2 Kommentare 9.2.12 19:28, kommentieren

Das Bügeleisen

Das Bügeleisen

Er schrie! Er schrie so laut, dass ich dachte mein Kopf explodiert. Ok, ich gebe zu, dieses Gefühl hatte ich schon vorher aber das lag wohl eher an dem Alkohol. Egal, das Gefühl das der Inhalt meines Gehirnes versucht eine imperialistische Außenpolitik durchzusetzen machte mich total fertig! Wieso mir grade dieser Vergleich durch den Kopf schoss kann ich nicht sagen. Zurück zum Geschehen. Seine Schrei, bezüglich des Bügeleisens das grade auf seinen Fuß gefallen war, schien jenseits von allem liegen was mein Trommelfell jemals ertragen musste. Dies wurde aber um ein zehnfaches übertrumpft von den Schreien bezüglich der Tatsache das ihm selbiges grade ins Gesicht geflogen war!
Ich sollte vielleicht erläutern was hier eigentlich los war. Nur damit ihr das volle Ausmaß der Sinnlosigkeit in dieser Situation nachvollziehen könnt. Wieso alle Beteiligten wohl nie auf diesen Abend klar kommen werden. Wieso die folgenden Stunden geprägt waren vom lautesten Gelächter und den lautesten Schmerz bedingten Schrein die die Welt jemals zu Horen bekam! Na ja, vielleicht übertreibe ich da ein wenig aber verständlich, da ich bei dieser Sache nicht objektiv sein kann!
Also was war geschehen. Wir saßen in einer gemütlichen runde im Wohnzimmer. Wir tranken Bier, Vodka-O und Wasser. Wir hatten viel zu essen, zu trinken und zu rauchen. All dies wurde verständlicher Weise gut ausgenutzt. Es lief grade, ich werde es nie vergessen, aus uns allen unerfindlichen Gründen "I Cut my Life into pieces" oder wie das heißt. Die Band habe ich ebenfalls vergessen ist aber eigentlich auch völlig unerheblich. Jedenfalls waren wir alle gerade ziemlich dicht und angeheitert. Jemand erzählte einen schlechten Witz und wir alle fingen plötzlich an lauthals zu lachen! Auch den Witz habe ich vergessen aber allgemein habe ich von diesem Abend sehr viel vergessen. Jedenfalls fing das Mädchen am anderen Ende des Raumes auf einmal an nervös zu werden. Sie fing an gereizt zu werden und fing schließlich an zu fluchen. Und zwar darüber, das sie ihre Blusen noch nicht gebügelt hatte. Sie wurde immer panischer und hysterischer je lauter unser Lachen über den Film wurde den sie grade schob. Schließlich sprang sie auf um anscheinend ihr Blusen zu bügeln. Das konnte man zu mindestens aus ihrem Schluchzen herausfiltern das sie von sich gab. Ich fragte mich wie sie wohl in einem fremden Haus Bügeleisen, Bügelbrett und ein paar Blusen finden wollte. Als ich dann nach langem rumpeln und hin- und her gerenne lautes Triumphgeschrei vernahm wurde ich aber dann echt neugirieg. Ich lief los um mir das Spektakel anzuglotzen. Nach langem verpeilten suchen fand ich sie schließlich in der Küche. Wieso sie sich die Küche zum Bügel ausgesucht hatte war mir schleierhaft. Sie stand da und bügelte mit einer Hand eine frisch gebügelte Bluse. In der anderen Hand hielt sie einen frischen Vodka-O. Jetzt wurde mir zumindest klar wieso sie die Küche zum Schauplatz ihres letzten Gefechts ausgewählt hatte. Als ich das aufgenommen und verarbeitet hatte musste ich wieder anfangen auf hysterischste und höhnischste Weise zu lachen! Gesteigert wurde dies als ich sah das sie noch nicht mal den Stecker in die Steckdose gesteckt hatte. Ein Detail das an diesem Abend vermutlich jemandem noch das Gesicht retten würde. Sie drehte sich wutentbrannt um. In ihren Augen brannte unverhohlen der pure Hass gegen mich der ich sie bei ihrem heiligen Werk störte. Ich sah ihren Arm ausholen und warf mich instinktiv zu Boden. Diese mir unerklärliche Reaktion rettete mir wahrscheinlich mein junges Leben! In dem Moment war allerdings ein Kumpel in die Küche getreten. Seine vulgäre und perverse Neugier wurde allerdings prompt bestraft. Er stand hinter mir als die mit einem Bügeleisen gerüstete Hexe zum Todesstoß ausholte. Somit konnte er dies gar nicht sehen da er ja hinter mir stand. Als ich vor ihm wegtauchte sah er nur noch das Bügeleisen näher kommen und dann erstmal geraume Zeit gar nichts mehr. Man hörte wie die Nase brach! Bei diesem Geräusch hätte ich mich übergeben können. Ich hielt mich zurück und schaute zu dem geschändeten Freund auf. Er stand fassungslos da, wankte; aber immerhin lebte und stand er noch. Seine Augen begannen zu tränen und es schien als wollte er was sagen. "Du du ... mmer ... Men ... schhhhhhhh...", interessant wieso er uns ausgerechnet das mitteilen wollte. Er krächzte kurz, wollte wohl lachen, verstummte dann aber wieder.
Und dann begannen die Schreie...

1 Kommentar 9.2.12 19:27, kommentieren

Spaß kostet

Spaß kostet

Ich wusste das es kein guter Tag werden konnte, als ich das Haus verlies um einkaufen zu gehen. Ich war leicht müde und hatte kein Dunst was am Abend zuvor so passiert war, außer das mein Kühlschrank nun leer ist. Ich überquerte die Straße und sah nun einen Mann auf mich zulaufen. Er war groß, kräftig gebaut und rechtsradikal. Er trug ein schwarzes Unterhemd auf dem stand: "Wenn schon Party, dann richtig Porno!". Als ich das sah musste ich spontan lauthals anfangen zu lachen. Nicht die beste Entscheidung des Tages, wie ich später feststellte aber er sah einfach so lustig aus, dass ich es nicht unterdrücken konnte. Er kam also mit bedrohlichem Blick näher und erkundigte sich ruppig: "Suchst du Stress, du Zwerg!". Kurz verwirrt über den Ausruf "Zwerg", riss ich mich aber gleich wieder zusammen um zu kontern. Ich hatte mir einen Satz rausgesucht um mich rauszureden. "Na ja, eigentlich fand ich nur dein Shirt witzig und lachte weil es mich daran erinnert das ich mich an die "Party" gestern nicht erinnere!", wollte ich eigentlich sagen. Ich weis, nicht sehr schlagfertig aber es musste reichen. Leiden kam zwischen meinem noch immer anhaltenden lachen nur 2 Wörter dieses Satzes durch. "... ja ... ... .... Shirt ... !", war das einzige was durch die Lacher brach.
Ich blinzelte verwirrt, Schmerz in meinem Gesicht und das Gesicht des Nazis verdeckte den Himmel. "Spaß kostet du Opfer!", sagt er noch bevor mir zum Abschied in meine Rippen trat und ging. "Hey, heute ist mein Glückstag!", dachte ich bei mir. Ich war weder Tot, noch dauerhaft geschädigt aus dieser Begegnung hinausgegangen. Der Nazi schien heute einen guten Tag zu haben und ich entschied dass das bei mir auch der Fall sei. Ich ging weiter um einkaufen zu gehen. Vor dem Einkaufszentrum traf ich zwei Bullen. Beide rissen weit die Augen auf als sie mich erblickten. Ich versuchte verunsichert das Weite zu suchen als sie auch schon riefen: "Hey sie da! Warten sie mal kurz!" Ich sah ein, dass Flucht zwecklos ist und blieb stehen. "Ist das ihrer?", fragten sie mich und hielten mir einen Personalausweis unter die Nase. "Öhm, ja.... Woher haben sie den?", fragte ich und ahnte bereits Böses.
 "Wir haben gestern ihre Personalien aufgenommen! Sie sind allerdings geflohen ohne ihn vorher zurückzunehmen!", tja das erklärt natürlich einiges, dachte ich bei mir während die Polizisten mir das erzählten.
Sie gaben ihn mir wieder ohne, dass sie mir sagen konnten woher ich gestern kam und wohin ich gegangen war. Egal angehalten hatten sie mich wohl weil ich total voll versucht hatte Spaß kostet in den Schnee zu pinkeln und mich dabei nicht grade diskret verhalten habe. Langsam fing alles an Sinn zu ergeben. Jetzt musst ich nur noch herausfinden wieso ich gestern gerade das schreiben wollte. Ich rief direkt einen guten Freund an, der allerdings nachdem ich meinen Namen nannte gleich wieder auflegte. "Das lässt tief blicken!", grübelte ich so vor mich hin als ich meine Tiefkühllasagne bezahlte.
Ich betrat gerade meine Wohnung als mein Handy klingelte. Ich nahm ab und bevor ich was sagen konnte fing eine Stimme an mich zuzutexten! Was denn der Scheiss gestern sollte, wieso ich mich nicht beherrschen kann wenn ich betrunken bin und wieso zur Hölle ich versucht habe "Spaß kostet" auf die Stirn eines Kumpels zu ritzen. Bevor ich etwas erwidern konnte hatte die Stimme schon aufgelegt. Ich kannte die Nummer nicht und hatte kein Plan wer das gerade war. Der Abend jedoch fing in meinem Kopf an gestallt anzunehmen. Wenn ich jetzt noch den ausschlaggebenden Punkt finde, der diese "Spaß kostet" Sache ins rollen gebracht hat!
Während ich auf meiner Lasagne rumkaute, kam mir die Idee! Ich musste einfach nur die Kneipen aufsuchen die ich gestern besucht habe. Ich ging also los und klapperte alle Kneipen ab, die für den gestrigen Abend in Frage gekommen wären. Wie ich so abklapperte überlegte ich woher dieser Ausspruch "Spaß kostet" eigentlich kommt. Am ehesten klingt es nach einem Werbeslogan für ein Bordell! Als ich mir grade einen passenden Werbejingle ausdachte, stellte ich aber fest das dieser Ausspruch für ein Bordell eindeutig zu plakativ sei. Auf einmal stand ich vor meinem Lieblingspub. Der Barkeeper schien eher belustigt als verärgert was mir neuen Mut einfößte. Er schilderte mir was geschehen war. Ich sah ihn eine Weile fragend an und dann fingen wir bei an zu lachen. Das vergangene schien so absurd und doch so passend das wir uns darauf erstmal ein Gläschen genehmigten. "Auf jenen eben welchen, wir genießen aus unseren Kelchen. Damit die Seele niemals rostet, stoßen wir an auf den Spaß der kostet!", sprachens und kippten unseren kurzen. In den Gedanken versunken, dass kein Geld der Welt den Spaß des heutigen Tages aufwiegen könne schlenderte ich heim!
Was an jenem besagten Abend geschah, wurde noch häufig diskutiert, ausgewertet und Schluss endlich vergeben. Was genau geschah ist unmöglich wiederzugeben aber gesagt sei das der "Spaß kostet"-Running Gag nicht von mir sondern von besagtem Kumpel ausgelöst wurde und nicht unwesentlich mit einer Diskussion über Eichhörnchen zusammenhing!

1 Kommentar 8.2.12 17:58, kommentieren