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Das Bügeleisen

Das Bügeleisen

Er schrie! Er schrie so laut, dass ich dachte mein Kopf explodiert. Ok, ich gebe zu, dieses Gefühl hatte ich schon vorher aber das lag wohl eher an dem Alkohol. Egal, das Gefühl das der Inhalt meines Gehirnes versucht eine imperialistische Außenpolitik durchzusetzen machte mich total fertig! Wieso mir grade dieser Vergleich durch den Kopf schoss kann ich nicht sagen. Zurück zum Geschehen. Seine Schrei, bezüglich des Bügeleisens das grade auf seinen Fuß gefallen war, schien jenseits von allem liegen was mein Trommelfell jemals ertragen musste. Dies wurde aber um ein zehnfaches übertrumpft von den Schreien bezüglich der Tatsache das ihm selbiges grade ins Gesicht geflogen war!
Ich sollte vielleicht erläutern was hier eigentlich los war. Nur damit ihr das volle Ausmaß der Sinnlosigkeit in dieser Situation nachvollziehen könnt. Wieso alle Beteiligten wohl nie auf diesen Abend klar kommen werden. Wieso die folgenden Stunden geprägt waren vom lautesten Gelächter und den lautesten Schmerz bedingten Schrein die die Welt jemals zu Horen bekam! Na ja, vielleicht übertreibe ich da ein wenig aber verständlich, da ich bei dieser Sache nicht objektiv sein kann!
Also was war geschehen. Wir saßen in einer gemütlichen runde im Wohnzimmer. Wir tranken Bier, Vodka-O und Wasser. Wir hatten viel zu essen, zu trinken und zu rauchen. All dies wurde verständlicher Weise gut ausgenutzt. Es lief grade, ich werde es nie vergessen, aus uns allen unerfindlichen Gründen "I Cut my Life into pieces" oder wie das heißt. Die Band habe ich ebenfalls vergessen ist aber eigentlich auch völlig unerheblich. Jedenfalls waren wir alle gerade ziemlich dicht und angeheitert. Jemand erzählte einen schlechten Witz und wir alle fingen plötzlich an lauthals zu lachen! Auch den Witz habe ich vergessen aber allgemein habe ich von diesem Abend sehr viel vergessen. Jedenfalls fing das Mädchen am anderen Ende des Raumes auf einmal an nervös zu werden. Sie fing an gereizt zu werden und fing schließlich an zu fluchen. Und zwar darüber, das sie ihre Blusen noch nicht gebügelt hatte. Sie wurde immer panischer und hysterischer je lauter unser Lachen über den Film wurde den sie grade schob. Schließlich sprang sie auf um anscheinend ihr Blusen zu bügeln. Das konnte man zu mindestens aus ihrem Schluchzen herausfiltern das sie von sich gab. Ich fragte mich wie sie wohl in einem fremden Haus Bügeleisen, Bügelbrett und ein paar Blusen finden wollte. Als ich dann nach langem rumpeln und hin- und her gerenne lautes Triumphgeschrei vernahm wurde ich aber dann echt neugirieg. Ich lief los um mir das Spektakel anzuglotzen. Nach langem verpeilten suchen fand ich sie schließlich in der Küche. Wieso sie sich die Küche zum Bügel ausgesucht hatte war mir schleierhaft. Sie stand da und bügelte mit einer Hand eine frisch gebügelte Bluse. In der anderen Hand hielt sie einen frischen Vodka-O. Jetzt wurde mir zumindest klar wieso sie die Küche zum Schauplatz ihres letzten Gefechts ausgewählt hatte. Als ich das aufgenommen und verarbeitet hatte musste ich wieder anfangen auf hysterischste und höhnischste Weise zu lachen! Gesteigert wurde dies als ich sah das sie noch nicht mal den Stecker in die Steckdose gesteckt hatte. Ein Detail das an diesem Abend vermutlich jemandem noch das Gesicht retten würde. Sie drehte sich wutentbrannt um. In ihren Augen brannte unverhohlen der pure Hass gegen mich der ich sie bei ihrem heiligen Werk störte. Ich sah ihren Arm ausholen und warf mich instinktiv zu Boden. Diese mir unerklärliche Reaktion rettete mir wahrscheinlich mein junges Leben! In dem Moment war allerdings ein Kumpel in die Küche getreten. Seine vulgäre und perverse Neugier wurde allerdings prompt bestraft. Er stand hinter mir als die mit einem Bügeleisen gerüstete Hexe zum Todesstoß ausholte. Somit konnte er dies gar nicht sehen da er ja hinter mir stand. Als ich vor ihm wegtauchte sah er nur noch das Bügeleisen näher kommen und dann erstmal geraume Zeit gar nichts mehr. Man hörte wie die Nase brach! Bei diesem Geräusch hätte ich mich übergeben können. Ich hielt mich zurück und schaute zu dem geschändeten Freund auf. Er stand fassungslos da, wankte; aber immerhin lebte und stand er noch. Seine Augen begannen zu tränen und es schien als wollte er was sagen. "Du du ... mmer ... Men ... schhhhhhhh...", interessant wieso er uns ausgerechnet das mitteilen wollte. Er krächzte kurz, wollte wohl lachen, verstummte dann aber wieder.
Und dann begannen die Schreie...

9.2.12 19:27

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