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Valentinstag

Valentinstag

Ich erwachte, mal wieder, mit einem höllischen Kater. Ich sah auf die Uhr und stellte fest das es 13 Uhr am 14.2. war. Valentinstag, scheiße! Ich wusste weder wann, noch wo ich mich heute mit meiner Freundin verabredet hatte. Ich wusste allgemein so gut wie gar nichts mehr vom gestrigen Abend. Ich schob diese Probleme erst einmal beiseite, ging duschen und machte mir was zu essen. Ich war grade fertig mit beidem, als ich eine SMS bekam. Meine Freundin schrieb den üblichen schnulz und fragte ob unsere Verabredung noch steht. Ich zeterte kurz über die Tatsache, dass sie doch gleich noch Ort und Zeit hätte schreiben können. Ich hatte also keine Wahl und schrieb die übrige schnulze zurück und meinte, dass das doch klar ist und ich pünktlich sein werde. Ich merkte sofort, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Ich hatte das Handy noch nicht ganz aus der Hand gelegt, als schon eine Antwort kam. Ich lass sie und machte mir direkt ein Bier auf. Scheinbar waren wir um 13 Uhr verabredet gewesen. Sie beschimpfte mich was das soll, wie ich das vergessen konnte, wieso ich gestern schon wieder so voll war und ob mir das saufen mehr wert wäre als die Zeit mit ihr. Ich trank mein Bier und beschloss, dass der Tag im Arsch war und ich auch morgen noch um Verzeihung flehen konnte. Ich schrieb also nicht zurück und rief einen Kumpel an. Ich erzählte ihm was passiert war, woraufhin er erstmal lauthals lachte. Ich hatte keine andere Antwort erwartet und reichte ihm ein Bier. Ich hatte ebenfalls erwartet, dass er ablehnen würde und stattdessen einen Joint auspacken würde. Ich schlürfte mein Bier während er genüsslich an der Tüte zog. Ich fragte ihn ob wir uns sinnlos zudrönen wollen und da er eh keine Freundin hatte, sagte er natürlich ja. Ich hatte das Gefühl, dass ich wenn das so weitergeht auch bald wieder Single sein würde und merkte, dass ich mir grade schlimmeres vorstellen konnte. Ich nahm die Tüte entgegen und meine Stimmung stieg weiter. Ich hatte mein Handy ausgeschaltet und hoffte, dass sie verstand, dass ich mich zu sehr schämte um ihr heute nochmal unter die Augen zu treten. Was für ein Gelaber, dachte ich daraufhin und fing an zu lachen.
Wir gingen also los, um uns sinnlos zu zudrönen. Wir erreichten in historisch kurzer Zeit einen Getränkeladen. Wir kauften ein und begannen uns adäquat zu betrinken. Wir tranken und rauchten und philosophierten über Gott, die Welt und wie beschissen es teilweise ist in einer Beziehung zu sein. Wir, ist eigentlich übertrieben, da ich mich eigentlich nur beschwerte und mein Kumpel einfach immer zustimmte, oder eine komische Phrase einwarf. Wir waren gut dabei als wir beschlossen, dass es eine lustige Idee wäre, wenn wir meine Freundin anrufen. Wir überlegten, was ich sagen sollte und wie wir mich am besten heil aus der ganzen Sache raus kriegen. Wir bauten noch einen und uns fielen immer mehr lustige, abstrakte und hirntote Lösungen ein. Wir beschlossen, nachdem wir aufgeraucht hatten, dass ich einfach improvisieren sollte. Wir wussten beide auch, dass es eine beschissene Idee war, aber das hinderte uns nicht daran, den Plan durchzusetzen.
Sie war nicht sauer als ich anrief. Sie war traurig und weinte, was schlimmer war. Sie fasste sich zum Glück bald und fing an mich anzuschreien. Sie wollte wissen ob sie mir überhaupt noch was bedeutet, wie das so weiter gehen könne und warum ich mein Handy ausgeschaltet hatte. Sie schien nicht zu begreifen, dass ich anrief um ihr all das zu erklären, denn ich konnte nie mehr als eine Silbe sagen, bis sie mich wieder unterbrach. Sie war, was ich erst sehr spät merkte, auch nicht mehr ganz alleine. Sie hatte sich nämlich mit einer Freundin getroffen, um in etwa das selbe zu machen wie ich. Sie hatte sich allerdings das reden zum Ziel gemacht und das trinken war wohl eine unbeabsichtigte Begleiterscheinung. Sie war aber scheinbar, trotz der vertauschten Prioritäten, zu einem ähnlichen Zustand gekommen wie ich. Sie hatte noch nie viel vertragen, was ich meist sehr lustig fand, aber heute wirkte sich das zu einem Nachteil für mich aus. Sie redete ununterbrochen weiter, während ich gerechte das Wort zu ergreifen. Sie war grade wieder mit weinen beschäftigt, als ich meine Chance ergriff und meinen Laberflash, wohl das erste mal im meinem Leben, sinnvoll einsetzte und anfing mich eine geschlagene halbe Stunde bei ihr zu entschuldigen! Sie war ziemlich verwirrt, ob der Tatsache, dass meine Redeschwall kein Ende zu nehmen schien. Sie bietet mir so die Gelegenheit, einfach weiter zu reden.

Mein Kumpel war nun fort. Meine Freundin, hatte nach 45 Minuten dauerlabern von meiner Seite, einfach aufgelegt. Meine Selbstachtung hatte mich ebenfalls verlassen und war wohl aus Klo gegangen um zu Kotzen. Mein Selbstmitleid war alles was mir geblieben war. Meine Gedanken, drehten sich um all die Dinge, die ich in den letzten 24 Stunden verkackt hatte. Mein Gehirn verstellte sich dagegen, dass nun alles im Arsch ist, aber tief in mir wusste ich das ich zu weit gegangen war. Mein Verstand kündigte nun auch an sich zu verabschieden und machte sich dann auch bald auf den weg. Wohl um mit meiner Selbstachtung gemeinsam kotzend über dem Klo zu hängen. Meine Verzweiflung jedoch, nutzte ihre Chance und konnte sich nun ungestört mit mir befassen. Mein letzter Wunsch und Wille war es, morgen aufzuwachen und zu erfahren, dass all das nur ein Traum war. Meine Erinnerungen an die letzte Zeit nicht real seien. Mein Leben wieder so war wie es das vor so kurzer Zeit noch gewesen war. Meine Müdigkeit betrat nun die Bar in der ich immer noch saß. Mein letzter Rest an Motivation und Aktivität verabschiedeten sich und ich schlief ein.

25.2.12 16:55

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


max (26.2.12 03:11)
sensationell gut!

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