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Hundstag

 Hundstag

 

Ich parkte meinen Wagen am Rande des Waldes. Ich holte eine Schubkarre und das wofür ich sie mitgebracht hatte, aus meinem Kofferraum. Ich fragte mich, ob es wirklich das richtige war, was im im begriff war zu tun. Aber der Heutige Tag, war so absurd und scheiße gewesen, dass dies hier ein würdiger Abschluss zu sein schien. Ich ergriff entschlossen die Griffe der Schubkarre und lief in den Wald.

Mein Tag hatte damit angefangen; dass ich gefeuert wurde. Da ich ziemlich am Arsch war, machte mich das verdammt wütend. Ich zog also sofort los um den Frust umgehend in Alkohol zu ertränken. Ein Kumpel kam vorbei um mir zu helfen. So zogen wir also los um einkaufen zu gehen. Wir steigerten uns während dem intensiven und schnellen Konsum von Alkohol, in einen rasenden Hass gegen meinen ehemaligen Chef. Wir überlegten ob, und ja wie ich mich rächen sollte. Wir beschlossen, ihm auf dem Heimweg aufzulauern und somit brauchten wir nur noch einen guten Plan.

Ich bewegte mich immer tiefer in den Wald. Die Schubkarre war schwer und so kam ich nicht so schnell voran, wie ich erhofft hatte. Dennoch war ich nun hier und musste die Sache durchziehen. Also immer weiter und weiter und weiter. Da es dunkel war, hatte ich nicht so den Plan wo ich eigentlich hinging. Die Bäume warfen gruselige Schatten im Mondlicht und sahen auch allgemein ziemlich schaurig aus. Ich schaltete auf Tunnelblick und schob weiter.

Wir hatten beschlossen ihn in einen Hinterhalt zu locken.Wir wussten noch nicht wie und auch nicht wo, aber hatten uns entschieden einfach zu improvisieren. Wir nahmen für den Notfall Messer und Sturmmasken mit und zogen los. Völlig betrunken und übermäßig aggressiv zogen wir als durch die Straßen, in Richtung meines ehemaligen Arbeitsplatzes. Wie genau wir dort hingekommen waren hatte ich vergessen. Aber wir schafften es und erlangten unser Ziel. Da wir keine Ahnung, hatten wann mein Chef heute schloss hat, mussten wir also einfach nur noch warten.

Ich näherte mich einer Lichtung. Sie war groß genug, für das was ich geplant hatte. Ich nahm die Schaufel aus der Schubkarre und trat in die Mitte der Lichtung. Fahles Mondlicht erleuchtete die Szenerie. Vertieft in Gedanken darüber, wie alles so schief gehen konnte, oder viel mehr wieso sie getan hatten was sie getan hatten. Ich steckte die Schaufel in die Erde. Selbige war locker, was mir meine Arbeit deutlich erleichtern würde.

Wir warteten schon eine Ewigkeit. Nichts passiert, mein Chef war nirgends zu sehen. Wir planten grade den Sturm auf das Gebäude, da uns die Geduld ausgegangen war, als sich die Tür öffnete und der Ursprung unseres Hasses aus dem Gebäude trat. Die lange Zeit die wir gewartet hatten, hatten wir uns mit trinken vertrieben. Daher waren wir mittlerweile völlig hinüber. Wir überlegten ihn sofort zu Überfallen. Aus einem unerklärlichen Anflug von Vernunft heraus, entschieden wir dann aber dagegen. Wir wollten ihm folgen und den Richtigen Zeitpunkt abwarten.

Das Loch im Waldboden wurde immer Tiefer und immer breiter. Ich stellte erleichtert fest, dass ich so gut wie fertig war. Ich gab nochmal alles und stieg mit einem Hauch makaberen Stolzes aus der Grube. Schämte mich allerdings danach sofort dafür. Ich besann mich darauf aus welchem Grund ich hier war und was noch zu tun war. Ich ging zur Schubkarre und schob sie unmittelbar neben das Loch im Boden.

Wir hatten irgendwie nie die Chance zuzuschlagen. Daher mussten wir nach einem relativ kurzem Fußweg, mit ansehen wie mein Chef in seinem Haus verschwand. Wir grübelten kurz was wir jetzt machen sollten. Auf einmal öffnete sich die Tür wieder und mein Chef kam mit seinem Hund an der Leine wieder aus dem Haus. Das war unsere Chance und deshalb hefteten wir an sofort an ihre Fersen. Sie bewegten sich in Richtung Park. Durch selben floss ein Fluss, an welchem der zentrale weg entlang führte. Weg und Wasser wurden von einem steilen Hang getrennt. Wir überholten die beiden und platzierten uns an jenem Hang und warteten darauf zuschlagen zu können.

Ich hievte den Körper aus der Schubkarre. Trug ihn zu dem Tiefen Loch. Legte ich noch einmal ab. Wieder packten mich Zweifel an dem was ich hier tat, aber an ein Zurück war seit langem nicht mehr zu denken und ich befand mich zu kurz vor dem Ziel. Kurz darauf packte mich die Angst. Was wenn mich jemand gesehen hatte? Und die Polizei gerufen hat? Vielleicht waren die schon auf dem Weg? Panisch packte ich den Kadaver und warf ihn in das Loch.

Als zwischen Hund und Besitzer genug Platz war, schlugen wir zu. Das Adrenalin hatte uns vorübergehend ausgenüchtert und somit waren wir halbwegs klar bei Verstand. Wir zogen ihn das Gebüsch, hielten ihm sein hässliches Maul zu und brachen ihm sein Genick. Es war brutal aber schnell vorüber. Wir packten ihn in Plastiktüten und schleiften ihn runter zum Fluss. Dort angekommen, bewegten wir uns so leise wie möglich am Ufer entlang. Denn sein Partner hatte schon verdacht geschöpft und rief nach ihm. Wir hörten wie er den Weg und die nähere Umgebung absuchte.

Ich füllte das Loch wieder mit Erde. Schaufel um Schaufel um Schaufel. Ich fühlte mich an Scenen von schlechten Horrorfilmen erinnert, die ich mal gesehen hatte. Ich bekam eine Gänsehaut und ich beeilte mich das Loch zu füllen. Da ich kurz vorm Ziel war, hatte ich die Kraft eben jenes zu erreichen und zu tun was getan werden musste. Als die Ganze Erde wieder an ihrem Platz war, fiel ich erleichtert zu Boden.

Wir krochen immer weiter am Fluss entlang und entfernten uns von dem Suchenden. Als die Luft rein war, zogen wir unser Opfer zum Weg hoch. Ich fühlte mich mittlerweile total nüchtern. Ob mein Kumpel auch einen klaren Kopf hatte, weiß ich nicht mehr aber wir beschlossen die Leiche in den Wald zu bringen. Dort wollten wir sie vergraben und hoffen, dass damit alles vorüber sein würde. Als wir mit der Leiche am Rande des Parks angekommen waren, brach mein Freund zusammen und beschloss sich auf den Heimweg zu machen. Ich lies ihn ziehen, da dies hier eh eine persönliche Angelegenheit war.

Ich hatte mich kurz ausgeruht und war nun dazu übergegangen, die Lichtung so herzurichten, wie sie aussah als ich hier angekommen war. Die Erde locker aber flach hinterlassen, Blätter irgendwie auf natürliche weise verteilen und so weiter. Dies gelang mir sogar halbwegs. Ich schätzte, dass ein Bisschen Zeit und die Tiere dafür sorgen würden, dass hier bald wieder alles beim alten sein würde. Ich schickte mich nun also an zu gehen, als mir noch etwas einfiel. Ich wandte mich also noch ein letztes mal dem Grab zu.

Ich verließ den Park und rannte nach Hause um mein Auto zu holen. Ich brauchte nicht so lang wie ich gedacht hatte und so war keine halbe Stunde vergangen, als ich wieder im Park war. Ich suchte das Versteck unseres Opfers auf und trug seine sterblichen Überreste zum Auto zurück. Vielleicht hatte ich mir das nur eingebildet, aber ich meinte noch immer die Schreie des suchenden Hinterbliebenen in der ferne hören zu können. Ich lud meine last in den Kofferraum zu Schubkarre und Schaufel die ich von zu hause mitgebracht hatte.

Ich nahm ein Stück Holz und ritzte eine Inschrift hinein. Ich fühlte mich irgendwie dazu verpflichtet, irgendwas zu hinterlassen. Ich legte den „Grabstein“ auf das Grab, besann mich aber sofort und vergrub es lieber unmittelbar unter der Erdoberfläche. Es wäre viel zu Auffällig gewesen den „Gedenkstein“ hier offen herum liegen zu lassen. Ich beruhigte mich damit das ich den guten Willen gezeigt hatte und ihm ein Mahnmal gesetzt hatte. Ich lies die Ruhestätte hinter mir und begab mich zurück zu meinem Wagen.

Ich erreichte den Wald und fuhr eine Zeit lang an ihm entlang. Irgendwann fand ich eine Stelle ddie mir geeignet schien. Ich parkte meinen Wagen am Rande des Waldes. Ich wusste das dies der Richtige Ort war, um den Hund unter die Erde zu bringen...


25.2.12 17:10

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